Der erste Blick fällt zumeist auf das Zifferblatt einer Uhr, ihr eigentliches Gesicht und gleichzeitig Spiegel dafür, was die Uhr alles kann. Die Anfertigung des Zifferblattes ist ein entsprechend sehr aufwändiger Prozess und verdient große Wertschätzung. Erfahren Sie spannende Details zu dieser besonderen Komponente und die Antwort auf die Frage: Wieso ticken Uhren eigentlich im “Uhrzeigersinn”?
Inhalt des Artikels:
Das Zifferblatt einer Uhr hat eine wirklich wichtige Bedeutung. Zum einen prägt es ihre äußere Erscheinung und im Zusammenspiel mit den Uhrzeigern ermöglicht es ihre eigentliche Funktion – das Ablesen der Uhrzeit. Die aufgebrachten oder eingearbeiteten Ziffern, Indizes und Hilfszifferblätter zeigen zudem an, wie hochwertig eine Uhr gefertigt ist und über welche zusätzlichen Funktionen sie verfügt.
Einige Zifferblätter sind so gut gestaltet, dass sie einen hohen Wiedererkennungswert für die Uhrenmarke liefern. Für ein anspruchsvolles Zifferblatt wie bei dieser Benzinger Unikat Regulateur Open Heart sind durchaus 40-50 Arbeitsschritte notwendig. Bei diesem Meisterwerk besteht das Zifferblatt aus zwei Teilen. Diese wurden von Hand guillochiert und skelettiert sowie mit schwarzen römischen Ziffern und Indexen versehen.
Eine besondere Herausforderung ist dabei die Dünnwandigkeit des Materials, welches meist nicht mehr als 0,3 bis 0,4 Millimeter Stärke aufweisen darf.
Anzeige der Uhrzeit
Zur Anzeige der Uhrzeit ist das Zifferblatt üblicherweise zwölfmal für die Stunden und 60-mal für die Minuten und Sekunden unterteilt. Diese Unterteilung wird auf dem Blatt mittels Indizes, Zahlen und Ziffern dargestellt.
Uhrzeigersinn:
Um eine Kreisrichtung anzugeben, wird häufig der Begriff “im Uhrzeigersinn” beziehungsweise “entgegen dem Uhrzeigersinn” verwendet. Doch wie kam es zu dieser einheitlichen Verlaufsrichtung der Uhrzeiger?Die Bewegung der Zeiger wurde nicht einfach willkürlich festgelegt, sondern richtet sich nach dem Lauf der Sonne in der nördlichen Hemisphäre. Wenn Sie Ihren Blick nach Süden richten, geht die Sonne links (im Osten) auf, steht mittags am höchsten und geht rechts (im Westen) unter. Entsprechend diesem Verlauf bewegen sich auch die Zeiger auf Ihrer Uhr. Dies erklärt auch, warum die 12 oben am höchsten Punkt steht.
Zifferblätter: Jedes hat sein individuelles Gesicht
Die ersten Uhren vor ca. 700 Jahren besaßen nur einen einzelnen Stundenzeiger (sogenannte Ein-Zeiger-Uhren) und die Zifferblätter entsprechend oftmals nur eine Einteilung in Stunden. Das lag daran, dass die Uhrwerke früher sehr ungenau waren. Eine sinnvolle Unterteilung in Minuten erfolgte erst im 17. Jahrhundert nach der Erfindung des Pendels als Gangregler, das den Gang einer Uhr hinreichend präzisierte.
Heutzutage sind der Gestaltung des Zifferblattes kaum mehr Grenzen gesetzt. Eine unnachahmliche Vielfalt hinsichtlich Form, Größe, Farbe, Material sowie Oberflächengestaltung verleiht jeder Uhr ihre eigene Identität. Die Umsetzung reicht dabei von künstlerischen Zifferblättern gänzlich ohne Einteilung, über funktional vergrößerte Blätter mit einer 24-Stunden-Teilung bis hin zu skelettierten Zifferblättern. Skelettuhren wie diese extravagante Chronoswiss Opus Skeleton, bei der sich das Zifferblatt auf einen äußeren Ring sowie die Hilfszifferblätter reduziert, ermöglichen einen faszinierenden Blick ins Innere einer Uhr.
Zunächst ist es jedoch wichtig, dass Uhrwerk und Zifferblatt exakt aufeinander abgestimmt werden. In das hauchdünne Zifferblatt – dessen Rohlinge meist aus Neusilber, Messing oder Bronze ausgestanzt werden – müssen Aussparungen für Zeiger, Indizes oder weitere Anzeigen gebohrt und gefräst werden. Auf der Rückseite werden dem Zifferblatt dann winzige Füßchen angelötet, mit denen das Blatt später auf dem Uhrwerk befestigt wird. Anschließend wird das Blatt vorpoliert und zwischengereinigt, um im nächsten Schritt lackiert und verziert werden zu können.
Ein Kennzeichen besonders hochwertiger Zifferblätter sind echte Appliken, die nur von Hand gesetzt werden können. Bei diesen haben Ziffern und Indizes kleine Füßchen, die in die winzigen, vorgebohrten Löcher eingesetzt und anschließend vernietet werden. Bei allen Fertigungsschritten wird auf eine strenge Qualitätskontrolle geachtet. Jedes einzelne Zifferblatt wird genauestens geprüft, bevor es in den weiteren Herstellungsprozess gehen darf. Bei dieser Rolex Datejust Jubile Lady wurden anstelle von Zahlen und Ziffern zehn funkelnde Diamanten auf das champagnerfarbene Zifferblatt aufgesetzt. Die Diamanten wurden gefasst und dann ebenfalls als Applike aufgesetzt.
Die Fertigung eines hochwertigen Zifferblattes gestaltet sich sehr aufwendig und erfordert viel handwerkliches Geschick. Die unglaubliche Vielfalt an Zifferblättern können Sie in unserem Geschäft in Stuttgart-Mitte oder auch in unserem Online-Shop www.watch.de entdecken. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und erläutern Ihnen Details gerne im persönlichen Gespräch!